Wissenswertes
über Bremsflüssigkeit
Allg.
kann man sagen:
- greift Lacke an
- greift Gummi an
- greift
Kunststoffe an
- zieht Wasser an
- ist
Gesundheistschädlich
- ist
Sondermüll
Unterschieden
werden Bremsflüssigkeiten nach einer DOT-Nummer. Das "Department
of Transportation" (DOT) ist das amerikanische Verkehrsministerium und
vergibt Nummern für Regeln, Standards oder Normen. U.a. sind bei
uns dafür das "Kraftfahrtbundesamt" (KBA) oder die Bezeichnung
"Deutsche
Industrie Norm" (DIN) ein Begriff.
So
sagt die DOT z.B. über den Trockensiedepunkt (Neuzustand) der
Flüssigkeit aus:
-
DOT 3 205°C
-
DOT 4 230°C
-
DOT 5 260°C
- DOT 5.1
270°C
Bremsflüssigkeit
ist hygroskopisch, d.h. wie oben bereits erwähnt, sie zieht Wasser
an, wodurch sich ihre ursprüngliche Eigenschaft negativ
verändert. Sie muss nach Herstellerangabe alle zwei Jahre
gewechselt werden, besser ist, man macht das 1x im Jahr (der Biker
erledigt das vor Saisonbeginn). Die Aufnahme von Wasser drückt
den Siedepunkt und führt zu Korrosion im System, zu weichem
Druckpunkt und hohem Verschleiss.
DOT3:
Älltester
Standard, für heutige Systeme nicht mehr zu empfehlen bzw.
geeignet, kann aber für die alten
Systeme, in denen noch wenig haltbare Dichtungen verwendet werden,
dringend vorgeschrieben sein (z.B. Oldtimer). Die Flüssigkeit ist
billig, meist werden noch Restposten verkauft. Verbrauchen
Sie angebrochene Gebinde sofort.
DOT4:
Sie ist die
Weiterentwicklung von DOT3 und allg. gebräuchlich. Die meisten
Hersteller verwenden sie in der Erstausrüstung aus
Kostengründen und weil sie den besten Kompromiss
für alle Fahrlagen darstellt. Sie ist für modernere
Bremssysteme vorgeschrieben, meist steht auf dem Deckel des
Bremsflüssigkeitsbehälters, was rein gehört. Auch hier
gilt: Nicht mehr versiegelte Gebinde bitte schnellst möglich
aufbrauchen, auch die geschlossene Dose zieht Feuchtigkeit an.
DOT5
bekommt einen eigenen Platz !!!
DOT5.1
Sie ist die
technisch aktuellste Flüssigkeitsform auf Glycolbasis. In allen
Lagen kann sie es besser als die DOT4. Noch verhältnismässig
teuer, aber für alle Bikes ab Bj. 90 unbedingt empfehlenswert. Mit
der Forderung der Biker nach besseren Bremsanlagen musste auch
die Bremsflüssigkeit nachziehen, hohe Temperaturen im System
machen 5.1 heute schon bei einigen Herstellern zur Pflicht. Ihre
Eigenschaften sind fast so gut wie die von Racingflüssigkeiten.
Synthetische
Flüssigkeit, auch Flüssigkeit auf Silikonbasis genannt:
DOT5.0
Durch
ihre Nummer mitten zwischen den anderen Flüssigkeiten liegend,
entstehen immer wieder Verwirrungen. DOT5 ist eine synthetische
Flüssigkeit, die in keinem Fall
gemischt und in anderen Systemen
verwendet werden darf. Sie zieht kein Wasser an und ist auch
nicht
schädlich gegen über Lacken. Ihr grosser Nachteil besteht
aber darin, dass sie in herkömmlichen Bremssystemen Dichtungen
innerhalb von 10-15min. aufquellen lässt. Die Systeme brauchen
ganz spezielle Dichtungen. Im Moment haben das im Motorradbereich nur
Harley-Davidson und Buell, wobei Harley seit ca. 2005 nach und nach die
Bikes auf 5.1 umstellt. Obwohl sie kein Wasser aufnimmt, muss sie
jährlich
gewechselt werden. Hintergrund: Die Feuchtigkeit sammelt sich im
untersten Prunkt des Bremssystems (meist die Zange), entweicht nicht
durch entlüften, fängt so trotzdem bei entsprechender
Temperatur an mit kochen, Dampfblasenbildung ist die Folge. Dies kann
im ungüsntigen Fall zum plötzlichen Verlust des Bremsdrucks
führen. DOT5 ist sehr teuer und nur in ausgesuchten
Fachgeschäften zu bekommen.
Racingflüssigkeiten:
Durch einen
Siedepunkt von ca. 300°C, aber nicht sehr langer Standzeit, ist die
Racingflüssigkeit nicht alltagstauglich. Nach spätestens
jedem 2. Rennwochenende empfiehlt sich der Wechsel. Der Nasssiedepunkt,
das ist der Punkt am Ende ihres Lebens, liegt nur bei 145°C. Zum
Vergleich: DOT5.1 ca. 185°C. Racingflüssigkeiten unterliegen
keiner DOT, jeder Hersteller kann nach seinem Ermessen etwas zusammen
mischen. Ausserdem
wird in der Racingflüssigkeit an den Korrosionsschutzmitteln
gespart, was wiederum für höheren Verschleiss an Kolben und
Zylindern führen kann. Den Rennfahrer stört's nicht, er
bekommt den Wechsel gemacht und ein neues Bike zur neuen Saison.