Material: Bremsscheiben werden in sehr seltenen Fällen in Aluminium, Gusseisen oder Stahl hergestellt.
Alu hat ausgedient, Guss war bis Mitte der 90iger Jahre im Vorteil, heute ist hochlegierter, nichtrostender Stahl (Umgangsaprache Edelstahl) Stand der Technik. In Verbindung mit Sintermetallbelägen sind beste Verzögerungswerte zu erreichen.
SICOM (Siliziumcomposit) ist für die Strasse nur bedingt brauchbar und Carbon unerschwinglich.

Form: Klassisch "Rund" oder "Wave" ? Es gibt Motorräder, da stellt sich aus optischen Gründen diese Frage nicht. Die Wavescheibe ist der optimale Kompromiss zwischen Gewicht, Reibfläche und Kühlung. Einige Hersteller haben diesen Kompromiss gefunden, die Teile sind deswegen im Rennsport sehr erfolgreich.
Gelocht, geschlitz, genutet ? Dies entscheiden die Hersteller unterschiedlich. Neben der Gwichtseinsparung ist das Ansprechverhalten bei Nässe und die Belagreinigung besser als bei glatten Scheiben.

Lagerung: Kostengünstig lässt sich die starre Scheibe aus einem Stück herstellen, meist in kleineren Durchmessern und aus Platzgründen. Sie wird direkt mit Schrauben an der Felge befestigt.
Halbschwimmend gelagerte Scheiben bestehen aus zwei Teilen. Innen-/Trägerring und Aussen/-Brems-/Reibring. Die zwei Teile sind mit Floatern aus Aluminium oder Nieten aus Stahl verbunden. Eine Feder- bzw. eine Wellscheibe sorgt für eine Vorspannung, man spricht deswegen von der halbschwimmenden Lagerung. Im Sereienbau ist, um langfristigen Verschleiss zu vermeiden, diese Vorspannung sehr groß gewählt.
Vollschwimmend gelagerte Scheiben verzichten auf diese Vorspannung, Nachteil ist laut hörbares Klappern und hoher Verschleiss am Innenring. Vorteil: Auch bei grösster Belastung kann sich die Scheibe ohne Widerstand in alle Richtungen ausdehnen ohne zu Klemmen.

Durchmesser: Kleine Scheiben sind leichter und verringern so am Vorderrad die rotierenden und ungefederten Massen. Diese haben direkten Einfluss auf den Komfort und das Handling des Motorrads. Hersteller schwanken vorne zwischen 290mm und 330mm Durchmesser, hier scheint der optimale Kompromiss noch nicht gefunden zu sein. Am Beispiel Yamaha hatte die FZR1000 1987 320mm, eine R1 1998 nur noch 298mm, heute wieder 320mm. Eine Honda CBR1000RR kommt mit 310mm daher, einer Kawasaki ZX10R reichen sogar 296mm.
Im Hinterrad ist, sofern kein Chopper/Cruiser oder Tourer, die kleinste Scheibe ausreichend. Die Hauptlast der Bremsung liegt auf dem Vorderrad.

Brems-Spur-Fazit: 1. Scheibe aus Stahl
                                 2. Beläge Sintermetall
                                 3. Wavescheibe
                                 4. Halbschwimmend gelagert
                                 5. Seriendurchmesser

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